Dieter Graf

Gespräche mit Dieter Graf plätschern nicht, sie fließen. Bestenfalls, und nur, wenn man bereit ist zur Auseinandersetzung. Und genau das ist es, woran der gebürtige Garser mittlerweile seit über 30 Jahren am Thunauer Wachtberg arbeitet: „Ich wollte einen Ort der Auseinandersetzung und Begegnung schaffen“, sagt der Künstler und Erfinder des Projekts „Kunst in der Natur“ – und es klingt nicht einmal hochtrabend. Mit beiden Beinen steht der Lehrer an der Garser Sporthauptschule (Englisch und Turnen) auf dem Boden, selbst dann, wenn er auf der Terrasse seiner Kulturwerkstätte den Kultsong „Purple Rain“ in den dichten Wald schmettert, um Besuchern die „unglaubliche Akustik“ der Natur zu demonstrieren.

Die offizielle Kulturwerkstätte des Bezirks Horn am Wachtberg, die unter den Händen Grafs und mit Unterstützung von Bund und Land entstanden ist, ist einzigartig: Der Fußboden kommt aus der Garser Hauptschule, die Fenster vom Gymnasium Horn und die Heizkörper standen früher in einer Sparkasse. „Ich lebe in einem Recycling-Haus“, sagt der Endfünfziger, der gemeinsam mit seiner Frau Helene und den vier Kindern den Großteil der vergangenen Jahre damit verbracht hat, den Wachtberg zu einem besonderen Ort zu machen. Ob es gelungen ist, kann jeder selbst beurteilen: Hoch über dem Kamptal prägen zahlreiche Skulpturen, Objekte und Installationen die Landschaft und interpretieren den Begriff „Naturgarten“ neu.
Regelmäßig stattfindende Symposien bringen internationale Künstlerinnen und Künstler in Dialog mit der fast unberührten Natur. Die Objekte sind frei zugänglich und das ganze Jahr über erwanderbar.

Dieter Grafs Leidenschaften sind die bildende Kunst – Beispiele dafür sieht man vor der Konditorei Ehrenberger, beim Kreisverkehr und vor der Sporthauptschule in Gars – und die Musik.

Jeden Sommer in den Tagen vor dem Vollmond findet am Wachtberg Hochkarätiges statt: Bekannte Künstler geben ihre aktuellsten Werke zum Besten. Bei allen Vollmondveranstaltungen werden am Nachmittag bildende Kunst und Tanzperforming präsentiert.

Eine Wanderung zu den künstlerischen Landmarken, die in den vergangenen Jahren von Künstlern aus allen Herren Länder geschaffen wurden, steht ebenfalls auf dem Programm. Für Speis und Trank ist gesorgt (Näheres unter +43 664 970 77 40).